Hallo und herzlich willkommen bei veggekocht | vegetarisch-vegan.

Das Bild ist nicht mehr ganz aktuell. Aber da ich regelmäßig Frisur und Haarfarbe ändere, ist das nichts ungewöhnliches.
Das Bild ist nicht mehr ganz aktuell. Aber da ich regelmäßig Frisur und Haarfarbe ändere, ist das nichts ungewöhnliches.

Mein Name ist Stevie. Ich bin 31 Jahre alt und Angestellte im Lebensmittelbereich.

Neben der Arbeit und dem Kochen und Backen gehört meine Zeit natürlich meinem Hund Charly. All das immer von meiner Kamera begleitet. Zudem sind wir auch im Tierschutz aktiv und gehen liebend gerne Bogenschießen. Es ist also immer was los.

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Im Januar 2014 begann ich mich vegetarisch zu ernähren. Seit dem habe ich mich immer mehr und mehr mit Ernährung, Lebensmitteln und Inhaltsstoffen beschäftigt. Mit der Zeit habe ich auch ein großes Interesse an der veganen Küche entwickelt. Zwar ernähre ich mich nicht komplett vegan, doch so backe ich hauptsächlich vegan und koche auch sehr gerne ohne tierische Inhaltsstoffe.

Die meiste Zeit koche ich lacto-vegetarisch. Lacto-vegetarisch bedeutet, dass man neben totem Tier, auch auf Honig und Eier verzichtet, man also tierische Lebensmittel lediglich in Form von Milchprodukten zu sich nimmt. Das liegt bei mir vor allem an Käse zum Überbacken, Frischkäse und Butter. Ich liebe Käse auf Pizza und Aufläufen. Und da ich kein Freund von Ersatzprodukten bin (sie schmecken mir einfach nicht), suche ich eher nach Alternativen als nach Ersatz. Jedoch habe ich bisher noch keine Alternative gefunden, die mich wirklich überzeugt hat. Ähnlich ist das bei Butter und Frischkäse auch. Ich brauche auf meinem Brot oder Brötchen etwas für unter den Belag. Sonst ist mir das einfach zu trocken. Ja, auch bei Marmelade oder Schoko-Aufstrichen. Es behaupten zwar viele Veganer Alsan würde wie Butter schmecken, aber dem stimme ich nicht zu. Ich persönlich finde, Alsan schmeckt wie jede andere pflanzliche Margarine auch. Und davon war schon als Kind kein Fan und fand sie auf Brot und Brötchen nahezu ekelig.

Eier esse ich nur noch selten und dann auch nur in verarbeiteter Form, d.h. z.B. keine Spiegel- oder gekochten Eier. Warum? Naja, ich mag die Vorstellung nicht, dass für meine Eier, zum einen den Küken der Schnabel abgeschnitten wird, damit sie sich aus Frust und Langeweile nicht gegenseitig verletzen, zum anderen die männlichen Küken bei lebendigem Leib geschreddert werden, da sie für den Betrieb nicht gewinnbringend sind. Denn auch die Hähnchen am Grill sind weibliche Tiere. Und auch bei einem Bio-Bauern denke ich, dass dieser nicht anders mit seinen männlichen Küken umgeht. Auch für diesen sind sie unwirtschaftlich. Anders sehe ich das bei den Eiern, die wir von der Tante meines Freundes bekommen. Zwar bekommen auch dort die Hühner täglich ihre Eier weggenommen und werden dadurch gezwungen täglich neue Eier zu legen, doch dort haben die Hühner ein glückliches Leben. Sie dürfen den ganzen Tag auf dem gesamten Grundstück herum wusseln, im Boden wühlen, Würmer fressen und laufen. Zudem erhalten sie nur gutes, gesundes Bio-Futter – kein Kraft- oder Mastfutter oder irgendwelche Zusatzstoffe. Sie züchtet ihre Hühner auch selbst und liebt ihre Tiere. Dabei werden die männlichen Küken nicht einen Tag nach dem Schlupf getötet und zu Tierfutter verarbeitet, sondern groß gezogen und als erwachsene Hähne zur Zucht weiter verkauft.

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Zur vegetarischen Ernährung bin ich durch meinen Freund gekommen. Ich habe zwar vorher auch schon nicht jeden Tag Fleisch gegessen, aber er war derjenige, der den Anstoß gaben und vorschlug auf die vegetarische Ernährungsweise umzusteigen. Durch die Umstellung habe ich begonnen viel mehr auf meine Ernährung zu achten. Ich habe mich über die verschiedenen Nährstoffe informiert und mehr auf die Inhaltsstoffe der einzelnen Produkte geachtet.

Ein weiterer ausschlaggebender Punkt war der Tierschutz. Aufgrund unserer Aktivität im Tierschutz habe ich mich auch mehr mit den Themen (artgerechte) Tierhaltung/Massentierhaltung, Tierzucht, Nutztiere/Futtertiere usw. beschäftigt. Es ist schrecklich, wie wir heutzutage mit anderen Lebewesen umgehen. Lebewesen, die teilweise intelligenter sind, als unsere „Haustiere“. Ich verstehe nicht, warum wir einen Hund streicheln, mit ihm kuscheln und alles für ihn tun, wenn er verletzt ist und operiert werden muss, aber ein Schwein oder eine Kuh bekommt lediglich einen „Gnadenschuss“, weil es unwirtschaftlich wäre das Tier behandeln zu lassen. Natürlich gibt es diese Vorgehensweisen auch in der Hunde- oder Katzenzucht, vor allem, wenn es sich um unseriöse Züchter handelt. Aber dennoch gehen wir mit einem Hund anders um, als mit einem Rind oder Schwein. Ein Beispiel dafür, dass es (noch) nicht normal ist, ein Schwein an einer Leine zu sehen, ist eine Kommilitonin von mir. Sie hat ein Schwein als Haustier. Schweini lebt auf dem Land und hat eine riesige Wiese mit allem, was er braucht. Gelegentlich geht meine Kommilitonin mit Schweini spazieren um z.B. Äpfel oder Birnen zu futtern. Da kommen ihr immer wieder Menschen entgegen und sagen so Sätze wie „Das ist aber ein schöner Hund!“ oder stellen erschreckt fest „Das ist ja gar kein Hund!“ (während Sohnemann seine Finger in Schweinis Rüssel stecken hat). Aber wieso sollte ich mit einem Schwein, dass Farben erkennen/unterscheiden kann und Empathie empfindet anders umgehen, als mit einem Hund?

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Das auf dem Land die vegetarische, geschweige denn die vegane Lebensweise noch nicht wirklich angekommen ist, merke ich regelmäßig an meiner Familie. In meinem Alltagsleben, der Uni und dem Freundeskreis, akzeptiert jeder kommentarlos unsere Ernährungsweise. Da ist es auch überhaupt kein Problem, wenn wir mit der Fachschaftsvertretung essen gehen wollen, dass wir ein Restaurant suchen, das ein paar vegetarische und vegane Gerichte auf der Speisekarte hat – auch wenn unsere Veganerin meint, sie findet immer was zu essen ;). Bei meiner Familie gibt es so etwas aber gar nicht erst. Da heißt es dann an Ostern ganz stolz, dass das Restaurant ja auch Gemüseplatte anbietet… Die sieht dann so auch, dass das in Salzwasser aufgewärmte TK-Gemüse ohne Schnick Schnack (den aber ja auch wirklich keiner verlangt) auf den Teller kommt und als vegane Variante dann sogar noch ohne Soße. Hmm… Lecker… 😦 Dort versteht dann aber keiner, dass ich dabei sage, nein danke und keine 14 € für verkochtes, liebloses Gemüse zahlen möchte.

Ich bekommen auch bei etwa jedem zweiten Telefonat gesagt, dass ich ja früher so gut kochen konnte… Ja… kann ich das jetzt nicht mehr? 🙂 Dann zählt meine Oma immer auf: dein Gulasch war so lecker, die Rouladen, Schweinebraten und du kannst ja gar keine Kohlrouladen mehr essen, die hast du doch so geliebt. Ja Oma, ich weiß, ich verhungere und wenn ich vegan werden sollte, kann ich noch nicht mal mehr Milch trinken oder Käse essen. 🙂 Und ja, sie hat auch irgendwie recht – nach meiner Umstellung auf vegetarische Ernährung habe ich innerhalb eines Jahres 15 kg abgenommen (ohne viel mehr Sport zu machen). Trotzdem, ich muss da am Telefon dann immer schmunzeln. Auch, wenn es anstrengend sein kann, immer wieder erklären zu müssen, dass ich noch was essen kann, dass ich nicht nur von Kartoffeln und Reis leben muss und dass ich noch nicht verhungert bin. 😀

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Letztes Jahr Ostern wollte ich es ihnen dann mal zeigen. Ich habe für die gesamte Familie gekocht – vegetarisch (offiziell 😉 ). Mensch, was das lecker. Es gab Blumenkohlschnitzel, Kichererbesenschnitzel nach Jeromé Eckmeier, Gemüse-Couscous, scharfe Böhnchen, Salzkartoffel, „Braten“soße und Salat. Als Nachtisch dann noch Apfel-Zimt-Muffins mit Kokossahne. Alle waren begeistert. Naja, fast alle. Mein Onkel meinte, ein Stück Fleisch hätte nicht geschadet. Aber geschmeckt hat es ihm trotzdem. Meine Oma hat sogar dreimal zugeschlagen. Da war ich echt überrascht.

Schmunzeln musste ich über meine Tante. Sie fand auch alles ganz toll. Meinte aber, dass sie das ja alles schon kennen würde und ja auch regelmäßig macht. Und als ich ihr die Rezepte zeigte, sagte sie auch, dass das alles ja genauso macht. Naja… ok.

Auf jeden Fall hat das Ganze nur kurzzeitig gewirkt. Ein paar Wochen lang musste ich mir nicht mehr anhören, dass ich jetzt nicht mehr kochen könnte, da kam dann eher Lob für das leckere Essen, aber mit der Zeit fing es wieder an. 🙂 Hach ja, Oma macht sich ja nur Sorgen. Ich bin ja auch das schwarze Schaf der Familie. 😉 Ich bin das einzige (Enkel)Kind, dass so weit entfernt wohnt, dass man nicht mal schnell vorbei fahren kann. Meine Cousine muss 30 Min fahren, der Rest wohnt im gleichen Ort, der gleichen Straße oder gar im gleichen Haus.

Edit: Mittlerweile ist ein Jahr seit diesem Essen vergangen und ich musste feststellen, dass ein Teil meiner Familie davon überzeugt ist, dass ich vegan lebe. Begründung: „Na, du hast doch mal für uns vegan gekocht.“ 😉 Scheint als gäbe es nur eine mögliche Ernährungsweise – ein veganes Menü kochen, aber „nur“ vegetarisch leben geht wohl nicht. Dabei bedenken viele Fleischesser aber oftmals nicht, dass es auch Tage gibt, an denen sie rein vegetarisch kochen. Doch deswegen behauptet keiner, sie seinen jetzt Vegetarier.

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Leider muss ich auch immer wieder feststellen, dass viele Menschen nicht wirklich wissen, was eine vegetarische Ernährungsweise überhaupt bedeutet und wo überall totes Tier drin ist oder mit Hilfe von totem Tier hergestellt wird. Bei vielen heißt vegetarisch einfach nur: kein Fleisch, keine Wurst. Meine Tante zum Beispiel versucht mir immer beizustehen, indem sie sagt, sie wüsste ja, wie das ist, sie würde ja auch kein Fleisch essen. Allerdings ist es auch nur das. Sie ist kein Fleisch und keine Wurst (mit zwei kleinen Ausnahmen 😉 ). Jedoch achtet sie bei Käse nicht auf Gelatine oder Lab, achtet nicht auf Gelatine in Gelee, Marmelade, Kuchen oder Teilchen, weiß vermutlich nicht, dass Säfte und Weine mit Gelatine oder Fischblase geklärt werden. Das sind Beispiele, von denen meine Mutter z.B. noch nie etwas gehört hat. Auch die Mutter meines Freundes war etwas überrascht, als ich ihr sagte, dass ich den (Frisch)Käse, den sie extra für mich geholt hat, nicht essen kann bzw. möchte.

Ich hoffe, dass sich das Denken über Essen mit der Zeit wandelt. Mein Anliegen ist es jedoch keineswegs jemanden zu überzeugen, überreden oder missionieren. Ich akzeptiere und respektiere jede Ernährungs- und Lebensweise. Im Gegensatz dazu wünsche ich mir das auch von meinem Gegenüber.

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In den Semesterferien verbringen wir viel Zeit bei den Eltern meines Freundes in Ostfriesland. Dort hat Charly einen eigenen Garten in dem der flitzen und die Sonne genießen kann. Außerdem liebt er den Strand.

Ich freue mich sehr, dass ihr den Weg auf meinen Blog gefunden habt und hoffe, dass es euch gefällt und ihr viele Ideen und Inspirationen mitnehmt.

Beste Grüße,
Stevie